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Auf der documenta 14: Dyson-Staubsauger und Parthenon der Bücher

von | Aug 31, 2017 | 0 Kommentare

Kunst ist anstrengend – und schön

Kunstgenuss – unsere Kategorie für Gesehenes, Gehörtes, Erlebtes aus der Welt der Kunst. Manchmal ein Häppchen für Zwischendurch, manchmal ein vollwertiges „Gericht“. Hauptsache, es hat uns uns berührt und wir möchten es teilen.

documenta 14 – genug Kunst für fünf Jahre?!

Auf der documenta – eine der größten und wichtigsten Kunstausstellungen der Welt. Viele Schulklassen, Schulkinder, lange Schlangen. Nur alle fünf Jahre ist es in Kassel soweit – warum eigentlich? Vielleicht weil Museenbesuche so anstrengend sind; finde ich jedenfalls. Bei meinem Besuch sind es knapp 30 Grad. Ein herrlicher Sommertag, kaum eine Wolke.

Auf der documenta gibt es nicht nur ein Museum. Nicht zwei. Nicht drei. Es geht immer weiter, noch ein Raum, noch eine Installation, noch ein Video. Für das weitläufige Gelände und weit entfernte Installationen im Park gibt es Leihfahrräder. Am Ende hat man genug Kunst für ein ganzen Leben gesehen. Oder eben zumindest für fünf Jahre.

Was mir gefallen hat

Besonders gefallen – darf man das auf der documenta überhaupt sagen; „gefallen? – hat mir der nachgestelle Teil der Akropolis auf dem Friedrichsplatz, die auch ohne meine 22 Euro Eintritt sehen konnte.

Auch auf der Liste: Hemingway, Orwell, Miller

Das „Parthenon der Bücher“ von Marta Minujín und Pierre Bal-Blanc – statt Marmor Plastik, das Mosaik nicht aus Stein, sondern auf weltweit indizierten Büchern. Harry Potter. 1984. Ingrid Noll. Alice im Wunderland. Noch einmal Harry Potter. Gesammelte Klassiker. Das unübersehbare Kunstwerk erinnert an die Kraft der Worte und rückt die Wichtigkeit von freier Literatur, freier Sprache und freiern Gedanken ins Blickfeld.

DIe Botschaft insgesamt: Flucht, Geflüchtete, Mauern, Weltpolitik. Auf den ersten Blick, wenig, das „klassisch“, „ästhetisch“, „schön“ ist.

Hier und da noch ein ansprechendes Gemälde – ich wäre dabei.

Klassische Musik und Staubsauer

Seltsam fasziniert hängengeblieben bin ich beim israelischem Kurzfilm „The Dust Channel“ von Roee Rosen, in dem es auf den ersten Blick um Achselhaare und Dyson-Staubsauger geht – gepaart mit klassischer Musik.

Für das echte documenta-Erlebnis: ein paar Minuten des Films

Ein Mann der eine Toilette putzt, ein Geiger neben der Waschmaschiene, bärtige Polizisten, die sich Küsschen geben, eine Frau im Bett mit einem Staubsauger..

Je mehr ich davon erklären würde, desto weniger verstünde man. Kategorie „muss man gesehen haben“: Wie bei fast jeder Videoinstallation auf der documenta war ich zunächst verwirrt, dann in den Bann gezogen. Wie hier die Verbindung zur israelischen Flüchtlingssituation gezogen wird – grandios. Und verwirrend. Und schön.

Bei gefühlten 30 Grad und Sonne gilt dann die eigene Flucht dem Park. Schuhe aus, Kopf aus, Gesehenes verarbeiten: Documenta ist anstrengend. Und schön.

 

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Christopher Wilker
Lebens.Haus Team

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