MENUMENU

Walter Moers, Zamonien und die Stille im Hören

von | Okt 19, 2017 | 0 Kommentare

Hörbuch hören ist auch lesen – oder?

Lesegenuss – unsere Kategorie für Gelesenes, Gehörtes, Geliebtes aus der Welt der Literatur. Manchmal ein Häppchen für Zwischendurch, manchmal ein vollwertiges „Gericht“. Hauptsache, es hat uns berührt und wir möchten es teilen.

Die Welt ist Klang

Vorab: Ich lese gerne. Ich höre gerne Hörbücher. Der erste Beitrag in unsere Kategorie „Lesegenuss“ widmet sich jedoch dem gesprochenen Wort. Es hilft mir dabei, im Moment zu sein und gleichzeitig dem Alltag zu entfliehen.

… denn einserseits: Meditation, das ist in die Stille gehen. Keine Medien, keine Ablenkung. Der Atem und ich.

… aber andererseits: Die Welt ist Klang. Zumindest dem Hamburger Musikjournalisten und Jazz-Fan Joachim-Ernst Berendt (1922 – 2000) zufolge. Ein Lobgesang auf das Ohr und das Hören. Und somit auch auf das Hörbuch!

Zamonien zum Zuhören

»Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen.«

Diese Aussage ist ganz zentral im 2004 veröffentlichten Rumo & Die Wunder im Dunkeln. Manchmal können wir uns nicht alleine auf das Sehen verlassen. Ich konzentriere mich deswegen auf das Zuhören!

Der silberne Faden als roter Faden

Der silberne Faden als roter Faden

Walter Moers hat mich mit diesem Fantasy Roman für das Medium Hörbuch nachhaltig begeistert. Zu Beginn meiner Studienzeit hörte ich mir zum ersten Mal an, wie der Titelheld Rumo seine Abenteuer in Zamonien erlebt:

Das ganze Abenteuer ist eine neue Variation des alten vielgestaltigen Orpheus-Mythos: Ein Mann dringt in das Reich der Schatten ein, um die gestorbene Geliebte zurückzuholen. In Rumos Fall ist das die Wolpertingerin Rala, die in der unterirdischen Stadt Hel von dem Maschinenwesen General Ticktack kunstvoll zu Tode gefoltert wird. Es geht heftiger zu als in den anderen Zamonien-Büchern.

Matthias Heine, „Die Welt“ online, 12.4.2013

Walter Moers – das ist sehr viel mehr als Hein Blöd oder das kleine Arschloch. So wie Dirk Bach, der Vorleser der Bücher, viel mehr war als Dschungelcamp. Der Roman ist so etwas wie eine Liebeserklärung an die Literatur selbst – es wimmelt nur so von Anspielungen. Eine Ode an die Fantasie, Freundschaft und die Liebe – und auf der anderen Seite gibt es Krieg, Folter und die „Untenwelt“. Licht und Schatten und alles dazwischen, in einmaliger Balance. Das Ganze wird dabei so genial vorgelesen, wie es niedergeschrieben wurde.

Die Welt im Ohr

Wenn Rumo seine Rala zum ersten Mal sieht, dann bin ich gedanklich im Würzburger Ringpark. Wenn ich höre, wie er sich auf den Weg nach „Hel“ macht, erinnere ich mich an meinen eigenen Weg zu einem Vorstellungsgespräch. Beim Joggen. Beim Einschlafen. Bei allem Alltäglichen und Ungewöhnlichen – Walter Moers, Dirk Bach und Zamonien waren schon einmal dabei. Es hilft mir dabei, Ruhe zu bewahren und den Moment zu genießen.

Mehr zum Thema Hören findest Du im folgenden Artikel: Das Sonntagsgespräch: Warum die Welt Klang ist

Christopher Wilker on FacebookChristopher Wilker on Instagram
Christopher Wilker
Lebens.Haus Team

Leben Heute & Morgen, Kulinarisches, Sportliches. Alltagsbeobachter, Genussmensch, Katervater und Sport-Enthusiast. Meditationsneuling.

GRATIS E-Magazin mit Deiner Newsletter-Anmeldung!

Abonniere unseren monatlichen Newsletter hier - als Dankeschön gibt es das kostenlose Lebens.Haus Magazin! 86 Seiten vollgepackt mit spannenden Themen.

Vielen Dank - Du hast den Lebens.Haus Newsletter abonniert!