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Wie ein Kater eine Stadt entschleunigt

von | Okt 31, 2017 | 1 Kommentar

Auch wenn man es eilig hat – diese Katze ist gelebte Entschleunigung

Tiere als Weggefährten und heimliche Lehrmeister.

Kater Hugo verzaubert eine kleine Stadt

Wenn man durch Langenberg schlendert, ist Hugo meist nicht fern. Ob im Café, im Antiquariat oder in der Eisdiele – er hat überall seine Plätze. In Biancas Nostalgiecafé kommt Hugo seit zwei Jahren und trägt zur gemütlichen Atmosphäre bei. Er liegt schnurrend auf dem Stuhl neben einem Gast oder bekommt auf der Couch ein Leckerchen von Inhaberin, Bianca Mühlmann, die erzählt: „Die Besucher reagieren eigentlich immer positiv auf ihn, die Reaktionen auf Hugo sind sehr gut.“

Hugos Lieblingsplätze

An der Postfiliale schaut der Katzenkenner direkt ins Schaufenster: Liegt heute vielleicht wieder Hugo in der Auslage? Ja – da ist er: ganz gemütlich neben der Strickware zusammengerollt. Gerade Kinder scheinen den Kater im Schaufenster immer sofort zu erblicken. Beim Gespräch mit Hugos Besitzer Andreas Lappe wird klar: Der heimliche Bürgermeister von Langenberg hat auf seinem täglichen Rundgang eine ganze Reihe weiterer Stationen.

Im Alten Markt, wo täglich Katzenfutter bereit steht, ist Hugo fast zuhause. Einmal über den Kirchplatz, am Eiscafé Angelo, wartet morgens ein Schälchen Sahne auf das Leckermaul. Wenn er anschließend beim Uhrenfachgeschäft der Familie Rübsam auf dem Fensterbrett erscheint, wird er mit Leckerchen belohnt. Nach soviel Bewegung ist es Zeit zum Ausruhen. Hugo liebt seine kuscheligen Plätze im Antiquariat und im Flammkuchenhaus oder einen seiner festen Plätze in der Post. Hat er mehr Lust auf Gesellschaft, darf er sich zum kleinen Hund der Postbesitzer in dessen Körbchen hinter dem Tresen kuscheln.

Alle lieben Hugo

Wenn Hugo ausgeschlafen hat, geht es weiter: Im Reisebüro wurden extra Bürsten angeschafft, um Hugos Fell zu pflegen. Er hat sein hübsches Aussehen ja nicht von ungefähr und genießt die Zuwendung und Streicheleinheiten. Immer wieder fasziniert ist Andreas Lappe davon, wie viele Menschen Hugo kennen und freut sich: „Schön, dass die Geschäfte und Läden alle so mitmachen.“ Wenn Lappe abends von der Arbeit kommt, hat Hugo schon viel erlebt. Er höre aber aufs Wort. „Wie ein kleiner Hund“, erzählt Lappe.

Spendenaktion für Hugo

Doch nicht nur in guten Zeiten stehen alle zu Hugo. Als er diesen Sommer für eine Woche verschwand, war die Sorge groß und jedem Hinweis wurde nachgegangen. Schließlich schleppte der verletzte Kater sich zum Nostalgiecafé, wo Bianca Mühlmann sofort Besitzer Lappe kontaktierte. Wie sich in der Tierklinik herausstellte, wurde Hugo angefahren und war an der Hüfte verletzt. Die Kosten für die Behandlung waren astronomisch. Als Familie Rübsam davon hörte war die Idee einer Spenden-Aktion schnell geboren. „Wir haben alle zusammen geholfen“, berichtet Markus Rübsam. Die Beteiligung der Langenberger war enorm und so ist Andreas Lappe immer noch dankbar: „Zwei Drittel der Kosten kamen zusammen.“

(Der Text erschien erstmals in meinem Artikel für die WAZ Velbert vom 28.10.17)

Kater Hugo entspannt im Schaufenster der Post

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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