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Mein Lebens.Buch: Der springende Punkt (Antony De Mello)

von | Aug 8, 2017 | 0 Kommentare

Mein Lebens.Buch

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Jeden Monat eine neue Frage – jede Woche eine individuelle Antwort: In dieser Reihe stellen wir Euch unsere liebsten Lebens.Dinge vor.

 

Was ist Dein Lebens.Buch?

Dazu muss ich etwas ausholen:

Mit jedem Lebensjahr mehr wird mir bewusst, wie wichtig mein Leben im Heute ist.

Irgendwie hatte ich früher nie ein Problem damit. Jeder Tag war voll mit Ereignissen, mit beruflichen Themen, mit Partnerschaft und Kindern, mit Träumen und die Zeit schien sich zu krümmen. Es gab kein Ende in Sicht. Es reichte aus, am Horizont den Morgen zu wissen, mit allem was mich begleitete. Und hinter dem letzen Hügel, den ich noch erkennen konnte, lag sicher der nächste Schritt nach vorne.

Es kam unmerklich und schleichend der Tag, ab dem ich das Leben um mich herum mehr und mehr in die Bewertung nahm. Ich ordnete meine Begegnungen, mein Erleben, mein Tun ein. Ich sortierte in Kategorien von Nützlich, Erforderlich oder Zeitverschwendung. Meine Fähigkeit unbeschwert im Heute zu leben nahm ab. Ich wurde ärmer an lebendiger Begegnung.

Dieser Zustand ist den Menschen in meiner Nähe mehr aufgefallen als mir selber. Routinen traten immer häufiger an die Stelle von Phantasie und Lebendigkeit. Sicherheit trat an die Stelle von wirksamen Handeln und Zivilcourage.

 

Der springende Punkt von Antony de Mello

Und dann begegnete mir in einem Buch eine andere Sicht auf mein Leben. Diese Buch hatte mit Bewusstheit für sich selbst und die Dinge um mich herum zu tun. Ich begann mich mit meinem Leben im Jetzt anzufreunden.

Es ist nur eine kleine Zeitspanne, die wir als unsere Gegenwart bewusst greifen können. Diese Zeitspanne gleitet ständig hinüber in unsere Vergangenheit, oder ist gefüllt mit Gedanken über unsere Zukunft.

Unserer Aufmerksamkeitsspanne, unsere Bewusstseinsspanne in der wir ganz präsent sind, ist dieser Augenblick im Jetzt. Es ist der Schatz, den es jeden Tag aufs Neue zu entdecken gilt.

Das Buch, von dem ich gesprochen habe, beschreibt das. Es trägt in der deutschen Übersetzung den Titel: Der springende Punkt., im englischen Originaltitel heißt es einfach: Awareness – Bewusstheit oder Aufmerksamkeit.

Für mich hat sich dieses Buch von Antony de Mello  gelohnt. Es hat mich sanft und unsanft geweckt und tut es bis heute.

 

Was gefällt Dir an Deinem Lebens.Buch besonders?

De Mello schreibt von unseren Wünschen nach einem Leben ohne Zwang, Enttäuschung und Angst. Entlang verschiedener Erfahrungen aus dem Alltag entwickelt De Mello mit dem Leser zusammen ein Gespür für die eigenen Täuschungen. Ring für Ring arbeitet er sich in die Tiefe unseres Lebens vor. Am Ende seines Buches kommt er zu einer Feststellung mit großer Tragweite. Nur wer aufwacht kann Lieben.

Das bewusste Aufwachen, das Einüben in die Wahrnehmung der eigene Gegenwart, die Begegnung mit unserem Alltag, mit uns selbst, ist eine der wertvollen Erfahrungen, die es entlang unserer Lebens.Ringe zu entwickeln gilt.

In dem Maße, in dem mir das gelingt, werde ich unabhängiger davon, ob ich etwas will oder nicht, ob ich glücklich bin oder enttäuscht, ob ich Ziele erreiche oder hinter meinen Zielen her laufe. Ich komme in Berührung mit mir selbst. In Berührung mit der Persönlichkeit, die ich vom ersten Tag an in mir trage, und die sich entwickeln will auf ihrem Weg mit mir.

Ich kann erleben, wie sich das Lebendige in mir mit jedem Tag weiter auswickelt und entwickelt. De Mello rüttelt uns wach, weil es mein Leben ist und Dein Leben ist, das da jeden Tag mit uns geschieht: Es ist meine und Deine Geschichte, die sich erzählt und unsere eigene Persönlichkeit, die sich da täglich formt.

Eine meiner ersten Erfahrungen ist, dass ich etwas Grundlegendes vom Leben geschenkt bekomme, meine Lebens.Zeit. Wenn es gut geht 70 oder 80 Jahre. Das sind 1.000 Monate oder 4.000 Wochen mit etwa 30.000 Tagen. Und heute ist einer dieser Tage. Was dieser Tag mit mir macht und was ich aus diesem Tag mache, sind meine Lebens.Ringe auf meinem Lebensweg.

Das ist die Grundlage für mein Leben im Jetzt. Dieser eine Tag, egal wie alt ich bin. Es geht um heute, es geht darum, im Jetzt zu leben. Es ist fast so etwas wie eine Liebeserklärung an das Leben, wenn ich mir Zeit für meinen Augenblick nehme.

 

Was kann ich als Leser daraus für mich mitnehmen?

Wenn Du willst, kannst Du eine Vereinbarung mit Dir treffen:

Ich will diesen einen Tag, den ich gerade lebe, wertschätzen.
Nicht mehr und nicht weniger als diesen einen Tag, meinen Tag, wertschätzen.
Mehr tut heute nicht Not.

Versuche über den Tag verteilt einige Mal kurz inne zu halten, für einen Moment durchzuatmen und Dich selbst zu spüren. Mach Dir bewusst, wie sich Dein Leben gerade anfühlt. Und wenn es die Umstände her geben verneige Dich ein wenig vor Deinem Leben.

Am Morgen und am Abend ist das auf jeden Fall eine gute Praxis. Und wenn Du einen Partner oder eine Partnerin hast, dann kann es auch eine gute Praxis sein, diese kleine Verneigung voreinander als Wertschätzung zu praktizieren.

Ich bin gespannt, was Du dabei erlebst, in der Verneigung vor Dir selbst und wo möglich vor Deinem Partner. Schreibe uns doch über Deine Augenblicke der Achtsamkeit im Alltag.

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Stefan Schuster
Lebens.Haus Team

Tatmensch, Visionär, Lebens-Architekt und Gestalter seiner Träume. Meditation, Spiritualität, Fotografie. Berührt von der Schönheit des Wahrnehmbaren und getroffen von dem, was Alles trägt.

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