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Mein Lebens.Märchen: Blaubart

von | Feb 20, 2018 | 1 Kommentar

Mein Lebens.Märchen

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Jeden Monat eine neue Frage – jede Woche eine individuelle Antwort: In dieser Reihe stellen wir Euch unsere liebsten Lebens.Dinge vor.

Was fasziniert uns so an Märchen?

Warum sind Märchen in Kindheit und auch oft noch im Erwachsenenalter etwas Wichtiges und Besonderes für uns?

Liegt es an den geheimnisvollen fremden Welten, die sich in ihnen auftun? An der Botschaft, die sie vermitteln? An den interessanten und oft verzauberten – oder bezaubernden – Charakteren?

Klar ist: Märchen, Sagen und Geschichten begleiten die Menschheit schon seit tausenden Jahren. Und sind ganz eng mit Teilen von uns verbunden. Ich denke da – wie wahrscheinlich viele Menschen – gleich an Ereignisse meiner Kindheit:

Grau in Grau: Der Winterwald

Was ist Dein Lebens.Märchen?

Als ich mir in Vorbereitung auf die neue Reihe „Lebens.Märchen“, selbst diese Frage stellte, kam mir sofort die Geschichte von Blaubart in den Sinn. Direkt aus dem Bauch oder Hinterkopf, aus der Kindheit herausgesprudelt. Doch das hat, wenn ich mir es genauer überlege, weniger direkt etwas mit dem (zugegeben sehr grausamen) Märchen an sich zu tun…

Ein Rückblick: Aufgewachsen bin ich mit meinen Geschwistern, Cousinen und Cousins auf dem Land. Wir sind in unserer Kindheit gemeinsam viel draußen und auch oft auf Entdeckungstour in den Fichtenwäldern rund um unseren Wohnort gewesen. Etwas Besonderes war es aber, wenn unsere Oma oder meine Tante einen langen Waldspaziergang mit uns unternahm – vielleicht sogar auf Wege und Pfade, die wir noch nicht kannten. Dabei wurden oft Märchen erzählt. Am liebsten wollten wir immer den „Blaubart“ hören. Den erzählte meine Tante so toll, sehr anschaulich –  und gruselig.

Zum Nachlesen hier die Fassung der Gebrüder Grimm.

Was berührt Dich daran besonders?

Das Besondere, was mich an der Erzählung des unheimlichen Königs Blaubart bewegte, waren rückblickend nicht die Fakten der Geschichte an sich. Viel meher war ich fasziniert, von der Stimmung, die die Worte meiner Tante beim Waldspaziergang erschufen. Es war unheimlich, vertraut und gleichzeitig fremd – sowohl das Märchen als auch die Umgebung. Doch mit diesem wohligen Gruseln war ich nicht alleine, meine Cousinen und Cousins waren an meiner Seite und gemeinsam trotzten wir dem Blaubart mutig: auf fremden Wegen im heimischen Wald. Einmal wurden wir bei einem solchen Spaziergang vom Regen überrascht und machten – ohne Schirme und bald auch ohne Schuhe – einfach einen Regen-Wald-Spaziergang daraus. Schöne und wertvolle Erinnerungen. Und ich merke, dass das Märchen an sich gar nicht das Bedeutsame war. Vielmehr die gemeinschaftliche Erfahrung in der waldigen Natur. So begann der Wald  schon früh zu meinem Lebens.Ort zu werden (hier geht es zum Artikel: Der Wald als mein Lebens.Ort).

Dass es nicht nur mir so geht, erkannte ich, als ich Stefan Schuster kürzlich nach seinem Lieblingsmärchen fragte – sofort fiel ihm „Der Bauer und der Teufel“ ein. Eine Geschichte, die ihm nur im Zusammenhang mit dem regelmäßigen gemeinsamen Abspülen in der Küche seiner Mutter in Erinnerung geblieben ist. Sein Lebens.Märchen folgt am Sonntag – seid also gespannt!

Ein Märchenwald im Frühling

Was kann ich als Leser davon mitnehmen?

Von dem Märchen rund um Blaubart – wenig, außer man liebt Horrorgeschichten. Und die waldlichen Märchen-Wanderungen sind nun auch für mich lange vergangen. Aber vielleicht kann man eine solche Tradition selbst wieder aufleben lassen, mit Kindern, Freunden oder dem Partner: Ab in den Wald, jeder mit seinem Lieblingsmärchen im Rucksack. Und dann geht es los: Sich gegenseitig, erzählen, gemeinsam freuen und gruseln.

Mein Tipp: Ein Märchen, das ich bereits einmal kurz vorstellte, eignet sich für Groß und Klein: „Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall …“ In dem melancholischen Märchen von Astrid Lindgren geht es um ein armes Mädchen, welches sich nichts mehr wünscht, als eine eigene Linde zu haben – eine klingende Linde mit einer singenden Nachtigall. (Hier geht es direkt zum Text und hier zur Hörversion der Kurzgeschichte)

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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