Mein Lebens.Lied: The Scale (Interpol)

von | Jul 10, 2017 | 0 Kommentare

Mein Lebens.Lied

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Jeden Monat eine neue Frage – jede Woche eine individuelle Antwort: In dieser Reihe stellen wir Euch unsere liebsten Lebens.Dinge vor.

Welches ist Dein Lebens.Lied?

Das Lied, das mich nun schon mehrere Jahre begleitet, das ich oft höre und das mich beschäftigt ist „The Scale“ von der amerikanischen Indie-Rock-Band „Interpol“.

Der Text des Liedes ist auf viele Weisen übersetzbar und interpretierbar. Als Songschreiber benutzt Paul Banks in seiner Liedsprache oft Symbole und lyrische Elemente, bildhafte Vergleiche und lässt vieles offen, nur angedeutet und in der Schwebe. Vermittelt aber gleichzeitig, auch durch die intensive Gitarrenmusik dichte Bilder und Emotionen. Das Lied, dass sich mit „Das Maß“ oder „Die Waagschale“ übersetzten lässt, spricht dialogartig von der Zerissenheit und leidenden Rückschau am Ende eines Lebens.

Meine Gedanken zu „The Scale“ sind nur ein möglicher Versuch das zu fassen, was das Lied in mir für Assoziationen und Imagination weckt.

Welche Liedzeile bewegt Dich besonders?

Sun, you sleep in clouds of fire

That’s all and that’s right

Das große Bild der Sonne, gebettet in brennenden Wolken: Manchmal lassen leuchtende Sonnenuntergänge die Wolken am Himmel wie feurig erleuchten. Dieses dramatische Bild verstärkt sich später im Liedtext noch: Fast im biblischen Sinn geht es um den brennend-schmelzenden Himmel, um das Ende der Zeit, wenn alle Tage eins werden.

Doch das ewige auf- und untergehen der Sonne am Himmel signalisiert auch (Ur-)Zeit, Dauer, einen immerwiederkehrenden Rhythmus, in den unser Leben eingebettet ist: „Das ist alles und das ist auch gut (so).“

Was spricht Dich an Text und Meldodie besonders an?

Dass es um Alles geht. Das Ewige, das Große, das Allüberdauernde. Wenn es um Alles geht, um das Ende.. braucht es da nicht auch grosse Worte? Paul Banks benutzen sie, mächtige Naturvergleiche, Symbole, starke Substantive. Was für Wörter kommen vor?

Sun

Clouds

Fire

Rose

Sky

Stars

Lie

Es wird etwas beschrieben, das so schwer zu fassen ist. Das Dazwischen, das starke Gefühl der Intensität der Vergänglichkeit: Das Leben, dass ich als das mir eigene sehe, kann und wird mir wieder genommen werden.

Im Text geht es um das fragende Abwarten und ängstliche Zweifeln nach einem wilden, harten Leben. Um das Abkommen vom eigenen Weg und das Reflektieren, das Blicken auf die eigene Vergangenheit. Der Titel „The Scale“ signalisiert selbst dieses Abwägen, die Vermessung des Eigenen Lebens. Oder geht es um das bewertet, bemessen werden – in den Augen von einem höheren Wesen? Ist es eine innere Zwiesprache am Ende des Lebens? Oder gar der Dialog mit etwas Göttllichem?

Viele Fragen werden in den Liedzeilen aufgeworfen, Assoziationen angeregt. In diesem Lied geht es eben nicht um das Erzählen einer geschlossenen eigenen Geschichte, sonder um das skizzieren einer Vision, eines Grundgefühls. Unterstützt durch das eindringliche Gitarrenarrangement vermittelt sich dieses dem Hörer wirklich intensiv.

Hier geht es zum Liedtext.

Hier geht es zu einer Live-Version des Liedes.

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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