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Die Linde in meinem Garten

von | Jun 12, 2018 | 2 Kommentare

Die Linde in meinem Garten

ein Duft voller Schwere und Sinnlichkeit

Vom Lindenblütenrausch in unserem Garten

Die Blüten unserer Sommerlinde sind dieses Jahr besonders üppig und auch früher dran als gewohnt. Der Duft der geöffneten Blüten lag seit ein paar Tagen schwer und süßlich in der Luft. Windstöße trugen die Duftwellen immer wieder zu meiner Nase und ich konnte nicht anders und atmete tief und langsam ein…

… also ich glaube, ich hatte an diesem Tag einen Lindenblütenrausch oder so etwas Ähnliches….

Nach dem Ernten dieser ungemein verschwenderisch duftenden Blütendolden mit Hochblatt! (Neu gelernt! -siehe Bild), war ich zutiefst zufrieden und glücklich- na sowas! So eine prompte Wirkung hätte ich niemals erwartet.

Ich erzähle mal, wie das alles begann

Als ca. 15 cm hohes Pflänzchen kam diese Linde einst bei uns an. Unsere Tante Luise, die Gärten und alle Pflanzen sehr liebt, brachte sie von einem Nachbarn mit und meinte, dass diese bei uns Heimat finden könnte.

Denn so eine Linde sei ein guter Hausbaum.

Damit das Minibäumchen vor Fuß-und Pfotentritten unserer zwei- und vierbeinigen Mitbewohnern geschützt wurde und deutlich im Blumenbeet zu sehen war, kam tags darauf ein ausrangiertes Lampengestell (früher war mal Stoff herum, jetzt war es nur noch das halbkugelförmige Gestänge) über den Sprössling.

Nun ja,

  • gießen und warten und vergessen zu gießen
  • dennoch angewurzelt
  • jedes Jahr, zuerst nur eine Handbreite, dann doppelt so hoch und noch höher
  • inzwischen umgepflanzt und richtig hoch!
  • Der aktuelle Stand liegt bei 7,50 m Höhe (wir haben es tatsächlich nachgemessen)

Spurensuche zur Linde

Also mal nachgefragt wofür denn die Linde, außer als Tee für Erkältungen, was mir bekannt war und weswegen ich die Blüten abzupfte, sonst noch steht.

  • Spontan fallen mir Frauennamen ein, wie Heidelinde, Adelinde, Sieglinde oder Linda.
  • Die Linde steht für Reinheit, Schönheit, Frieden, Glück, Großzügigkeit und Ausdauer sowie Licht und Liebe.
  • In der Mythologie wurde die Linde von Slawen und Griechen als Baum der Schönheit und Liebe gesehen…..somit bestens als Tanzlinde geeignet!

Zitat von Goethe: „Schon um die Linde war es voll und alles tanzte schon wie toll“

Betörend also so ganz nebenbei auch noch……

Die lindernde Linde

Die lindernde Linde ist ein symbolträchtiger Baum, ein heilender Baum.

Die liebe Linde

die liebe Linde lädt zum Treffen, Reden und Tanzen ein.

Die betörende Linde

Die betörende Linde, sie hat herzförmige Blätter und die Lindenblüten haben einen nahezu unbeschreiblichen Duft.

Sommer- und Winterlinde

Der Unterschied zwischen Sommer-und Winterlinde ist gut an den Blättern zu erkennen. So hat die Sommerlinde komplett behaarte und krautig weiche herzförmige Blätter. Die Winterlinde hat keine Härchen auf der Blattoberseite und auch nicht am Stil!

Am bekanntesten sind sie großblättrige Sommerlinde und die kleinblättrige Winterlinde, beide Arten können bis zu 1000 Jahre alt werden.

Wo Du die Linde finden kannst

Die Linde spendet wunderbar Schatten und ist oft in unseren Dörfern und Städten zu sehen:

  • an Versammlungsplätzen
  • am Marktplatz
  • als Allee an Straßenzügen
  • häufig auch als Dorfmittelpunkt, deshalb auch Dorflinde genannt
  • im Zentrum, am Marktplatz, bei der Kirche, dort wo man sich trifft
  • manche Dörfer haben eine Tanzlinde, um die herum ein Bretter Boden gezimmert wurde um bei der Kirchweih zum Tanz einzuladen…..

Gut zu wissen über die Linde

Volksnamen der Linde sind z.B. Augustlinde, Bastbaum, Bastholzlinde, Steinlinde, Früh- bzw. Spätlinde

Früher hat man die Rinde der Linde zu nutzen gewusst. Die Rinde enthält viele Bastfasern, aus denen Bast gewonnen wurde, welcher zur Herstellung von Körben, Netzen, Seilen oder Taschen verwendet wurde. Der Bast von der inneren Rinde der Linde wurde von einem japanischen Volk sogar zum Weben ihrer traditionellen Kleidung verwendet.

Das Holz der Linde

Das Lindenholz ist eher weich und wird hauptsächlich für Schnitzereien und auch in der Bildhauerei eingesetzt. Es lässt sich leicht drechseln und kann somit auch zur Herstellung von Holzspielzeug oder Musikinstrumenten verbaut werden.

Die Lindenblüte tut uns gut, man sagt ihr allerlei Wirkungen zu

In der Volksmedizin wird die Linde wegen der herzförmigen Blätter der Venus zu geordnet. Nach alter indischer Ayurveda wird sie zur Behandlung von Krankheiten wie Bronchitis, Asthma, Verdauungsstörungen, Nervenkrankheiten, Irritationen und Unruhe verwendet.

Aber Vorsicht, bevor man sich bei einer Erkrankung selbst damit behandelt sollte man das mit dem Arzt oder Apotheker besprechen.

In der Volksmedizin werden die Lindenblüten als harntreibendes (sorgt dafür, dass Giftstoffe aus den Nieren ausgeleitet werden) und schweißtreibendes Mittel eingesetzt . Ebenso bei Beschwerden im Magen- und Darmbereich und auch zur Stärkung der körpereigenen Abwehr. Wichtiges Mittel bei Erkältung und Fieber. Hat hustenreizlindernde (LINDE!) Wirkung durch einen Anteil an Schleimstoffen, die in der Lindenblüte enthalten sind. Sie regen den Appetit an und wirken nervenberuhigend, senken den Blutdruck und lindern auch noch Krämpfe oder Blasen-und Nierenleiden. Hilft gegen Rheuma, Gicht und Hexenschuss sowie bei Nieren-und Blasensteinen.

2008 bewiesen mexikanische Wissenschaftler sogar, dass Lindenblüten (egal ob frisch gepflückt oder getrocknet) beruhigend wirken und so gegen Angst helfen können.

Daneben hat sie noch Anteile an ätherischen Ölen, Vitaminen C und P (gibt es wirklich, es ist ein Flavanoid und ein farbloser Bitterstoff und ist für den Energiehaushalt wertvoll). Sie enthält Gerbstoff und Mangan.

Diese Blüten sind also kleine Kraftpakete

Die Lindenblüte ist ein Genuss

Man kann sie auch in Salate und Smoothies geben

Am häufigsten werden die Blüten der Linde als Tee verwendet.

Die beste Erntezeit der Blüten ist Juni und Juli nach dem Aufblühen.

Wann man sie ernten sollte

Geerntet soll an trockenen Tagen werden. Nicht nur die kleine Blüte an sich sondern auch der Blütenstängel und das dazugehörige Hochblatt (siehe obiges Foto) werden abgezupft.

Man soll nur soviel ernten wie man in einem Jahresrhythmus verbraucht, weil die Wirkstoffe übers Jahr nachlassen.

Die gesammelten Blüten auf ein Geschirrtuch oder Papiertuch (das z.B. auf einem Tablett oder in einer flachen Schachtel ausgebreitet ist) luftig verteilen und im Schatten trocknen – so lange bis sie eine gelbgrüne Farbe annehmen. Dann in einem luftdichten Gefäß aufbewahren.

Lindenblüten sammeln ist nicht schwer, denn selbst in Städten finden sich häufig genug prächtige Lindenbaumexemplare z.B in Parks, Siedlungsstrassen oder Alleen – Vermeiden sollte man:

  • Lindenblüten von Bäumen an stark befahrenen Straßen (Autoabgasen) zu sammeln!
  • klebrige Lindenblüten zu pflücken, denn dies ist ein Hinweis auf Läusebefall!

Teerezept für Lindenblütenentdecker

Für den Geniesseraufguß:

  • 1Teel. Getrocknete Blüten pro Tasse mit kochend heißem Wasser übergießen
  • 10 min. ziehen lassen (wenn er länger zieht verfärbt er sich rötlich – macht nix – schmeckt trotzdem).
  • Der Aufguss hat bereits eine natürliche Süße, wer mag, kann noch etwas Honig hinzugeben.
  • gekühlt kann der Tee als erfrischende Sommerlimonade genossen werden.

Ich wünsche Euch ein duftendes Teegenusserlebnis!

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Elke Schuster
Lebens.Haus Team

Auf dem Weg. Aphorismen, Rat & Tat. Lebensraum- und Natur-Gestaltung. Meditation und Glaube. Der einzelne Mensch erfährt sich in der direkten Zuwendung und Wertschätzung als Persönlichkeit.

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