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Warme Milch und Käsekuchen

von | Okt 7, 2018 | 1 Kommentar

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Warme Milch und Käsekuchen

Entdeckungen vor der Haustür

Daheim ist Daheim, wie wir Franken sagen würden.

Mir ist aufgefallen, das es mir immer wichtiger wird, in meiner näheren Umgebung Dinge wahrzunehmen, zu entdecken und zu erkunden. Ich bin sozusagen „regional“ unterwegs, auf meinem Drahtesel oder in Schusters Rappen.

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Ein Sonntag Morgen im Herbst

Meine Familie war samt und sonders an diesem Wochenende ausgeflogen. Ich hütete das Haus und hatte mir einige kleinere und größeren Dinge vorgenommen.

Der Samstag verging wie im Flug und ich setzte mich am Samstag Abend an meinen PC um eine Radtour für den nächsten Tag auf Komoot zu planen. Gegen 22:30 Uhr war endlich alles im Kasten und auf meine Fahrradnavi übertragen, der Rucksack war gepackt, der Akku für mein E-Bike war geladen und die Kleidung bereit gelegt.

Es sollte früh los gehen auf meine Tour durch den Frankenwald.

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Der Weg ist Teil des Zieles

Die Sonne blinzelte schon über den Horizont, als ich mich auf mein Rad schwang und unser Heimatdorf verließ.

Der Weg führte mich zunächst über einige kleine Ortschaften ins 9 km entfernte Stadtsteinach. Von hier aus hatte ich eine Wander- und Radweg durch die Steinachklamm eingeplant, um dann weiter zur Kleinen Rehmühle zu fahren.

Beide Zielpunkte waren für mich Neuland, auch wenn sie nur wenige Kilometer von daheim entfernt liegen.

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Meine erste Entdeckung auf dieser Tour – Quarzkeratophyr steckt in so manchem Franken

Ich hatte keine Ahnung, dass ich mich auf den Weg zu einem der schönsten bayerischen Geotope befand. Die Steinachklamm verdankt ihre Entstehung einer sehr harten Gesteinsformationen, die der Steinach nur eine enge Einschnittschneisse über die Jahrtausende zuließ. Dieser Durchbruch hat die heutige Steinachklamm geschaffen.

In so manchem Franken steckt wohl etwas von diesem Quarzkeratophyr-Gestein, das uns sehr widerstandsfähig gegenüber südlicheren Einflüssen macht.

Der Weg führt mich über weite Strecken an der Steinach entlang, an Wiesen, Wäldern und Felsformationen vorbei, an kleinen Seen und Gaststätten, die um die Mittagszeit zum Verweilen einladen.

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Meine zweite Entdeckung auf dieser Tour – Maria und der Osterhase wohnen in der selben Straße mit dem grünen Teich

Der Weg war überwiegend gut befahrbar. Die eine oder andere Abbiegung führte mich auch auf Wurzelwege und Trampelpfade und ab und zu musste ich mein Rad auch schieben.

Ab und zu war es aber auch nicht der Straßenzustand, der mich anhalten lies, es waren Entdeckungen am Wegrand.

So war ich nicht wenig erstaunt, als ich am Wegrand auf einem Pfahl einen Osterhasen mit ein paar Eiern sitzen sah. Munter und fröhlich in die Welt blickend, als wollte er mich grüßen und einen guten Tag wünschen. Das lies ich mir nicht zweimal sagen und grüßte prompt zurück.

Einige Meter weiter forderte mich die Navigation zum Abbiegen auf. Es ging in einen schmalen Waldweg, der schon nach 20 Metern eine Felsgrotte barg. Darin stand eine Marienfigur und eine Kerze nicht weit davon entfernt. Ich hielt einen Moment inne und nahm auch ihre Einladung zum Verweilen an. Diese kurze Zeit der Stille formte in mir eine tiefe Dankbarkeit für diesen Tag. Dann führte mich der Waldweg auf einem schmalen Pfad weiter über einen kleinen Steg zu einem grünen Teich.

Mitten auf dem Teich schwamm eine Ente und zog ihre Bahnen durch das Grün. Die grüne Decke schloss sich hinter der Ente immer wieder aufs neu.

Ich stieg wieder auf mein Rad und folgte dem weiteren Weg meines Navis.

Die Tour führte jetzt in eine etwas bergigere Landschaft des Frankenwaldes, hinauf nach Weidmes, dem höchsten Punkt meiner heutigen Reise.

Doch davor hatte ich noch meine dritte Entdeckung.

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Meine dritte Entdeckung auf dieser Tour – Warme Milch und Käsekuchen vor der Öffnungszeit

Mein Vorwärtskommen in diesem Abschnitt meiner Tour war dank der elektrischen Unterstützung meines Rades trotz stärkerer Steigungen gut zu meistern. Ich genoss diese Tatsache, ermöglichte sie mir doch diesen Weg, den ich ohne Unterstützung nur sehr schwerlich geplant hätte.

Die „Kleine Rehmühle“ war Ziel für diese Tour gewesen. Die Straße, auf der ich unterwegs war führte direkt daran vorbei. Auf dem Begrüßungsschild der kleinen Rehmühle stand neben herzlich Willkommen auch die Öffnungszeit: „An Sonntagen ab 9:00 Uhr geöffnet“. Ich schaute auf meine Uhr, es waren noch gut 45 Minuten bis 9:00 Uhr, also wohl nichts mit der Pause hier. Ich sah im Hof jede Menge Tiere und dachte mir, ich mach zumindest ein paar Aufnahmen für meinen Reisebericht. Während ich die ersten Motive ausgewählt hatte, kam die Wirtin aus dem Haus und brachte den Hühnern und Ziegen Reste aus der Küche. Wohl ahnend, was den Radfahrer hier anhalten lies sprach sie mich an: „Ob ich wohl zum Frühstücken hier vorbei gekommen sei.“ Ich bejahte. Wir kamen etwas ins Gespräch und schließlich fragte mich die Wirtin was ich denn Frühstücken wollte? Ich sagte eine warme Milch und wenn etwas Kuchen zu haben wäre, dann wäre das prima. Frischer Käsekuchen sei schon fertig und das mit der Milch wäre kein Problem, sagte die Wirtin einladend.

Sie sperrte die Tür zur Rehmühlhütte auf und ich nahm Platz. Keine fünf Minuten später brachte sie die warme Milch und den Kuchen.

Wir hielten noch ein Schwätzchen während ich mir die Milch und den Kuchen schmecken ließ. Nach dem Bezahlen (der Preis war unschlagbar günstig) machte ich mich auf die Weiterfahrt über Guttenberg zurück über Untersteinach nach Hause.

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Beschenkt von der Natur und dem Erlebten

Wieder daheim angekommen hatte ich die Herbstsonne in Erinnerung, die Begegnungen und die Formkraft der Natur.

Es ist gut, die eigene Umgebung zu erkunden, es warten viele Geschenke auf uns.

Ich jedenfalls werde versuchen in alle Himmelsrichtungen weitere Touren zu legen.

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Stefan Schuster
Lebens.Haus Team

Tatmensch, Visionär, Lebens-Architekt und Gestalter seiner Träume. Meditation, Spiritualität, Fotografie. Berührt von der Schönheit des Wahrnehmbaren und getroffen von dem, was Alles trägt.

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