Zu Besuch im Atelier

von | Feb 9, 2019 | 0 Kommentare

Malerei und Objektkunst kennenlernen

Für mich sind es besondere und bereichernde Begegnungen: Künstler im Atelier zu besuchen und so Menschen und deren Kunst kennenzulernen. Für die Tageszeitung WAZ Velbert darf ich aktuell eine Serie darüber schreiben, hier liest Du davon.

Papierkunst in Schwarz-Weiss

Draußen frostiger Winter – drinnen strahlt das Weiß: das passt zusammen, denkt man sofort, wenn man den hellen Atellierraum der Künstlerinnen Monika Wellnitz und Käthe Wissmann betritt. Die Ausstellung „Entweder – Oder?“, die am Samstag, den 2. Februar eröffnet, zieht den Betrachter förmlich in den Kunstraum Schnittstelle hinein. Denn zu sehen ist eine Rauminstallation, in der die Papierobjekte beider Künstlerinnen sich ineinander fügen, harmonisch ergänzen, aber auch spannende Gegensätze offenbaren. „Die Installation lebt von der Einheit bei gleichzeitiger Eigenständigkeit unserer Arbeiten. Spannungsfelder und Polaritäten interessieren uns – wie man auch an der Farbgestaltung in Schwarz-Weiss erkennen kann“, sagt Wellnitz. Die Kolleginnen, die beide schon seit vielen Jahrzehnten künstlerisch tätig sind, genießen die Dynamik und Inspiration, die aus ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit entsteht.

In der Galerie Schnittstelle in Neviges.

Die Sehnsucht nach Leichtigkeit

„Ich sehnte mich nach Leichtigkeit,“, beschreibt die Künstlerin Wellnitz die Phase, in der sie (…) langsam zu ihrem neuen Steckenpferd fand: „Papier ist unglaublich vielseitig, und mir sind alle Aspekte daran wichtig: Sowohl das Thema des Recycelns als auch der politische Aspekt medialer Berichterstattung.“ Käthe Wissmann ergänzt: „Über diese Themen diskutieren wir beide viel, das bereichert und beflügelt mich sehr in meiner kreativen Arbeit.“ Für beide Künstlerinnen spielen Sprache und Wörter eine große Rolle, nicht ohne Grund kann auch der Ateliername „Schnittstelle“ verschieden interpretiert werden und weist sowohl auf geografisch-regionalen Bezug, Kommunikation und Austausch von Meinungen als auch auf das Zerschneiden von Papier hin.

Den ganzen Text gibt es hier. Und hier mehr zu den Künstlerinnen Monika Wellnitz und Käthe Wissmann.

Menschen und Gesichter mit Geschichten

Heute blicken dem Besucher (im Atelier von Beate Uber-Lange) vor allem Gesichter entgegen: Manche Porträts auf Leinwänden hängen an der Wand, stehen auf Staffeleien oder liegen als kleinere quadratische Formate auf einer Werkbank. „Hier arbeite ich gerade an einer Porträt-Serie. Entweder zeichnet sich ein dunkleres Gesicht auf einer weißen Leinwand ab oder es sind Kinder-Gesichter auf dunklem Grund zu sehen. Die heben sich richtig schön vom schwarzen Hintergrund ab.“ 

Im Atelier der Künstlerin Uber-Lange.

Auf den ersten Blick fesseln die Gesichtsausdrücke der Abgebildeten, der zweite Blick will die Oberflächenstruktur entschlüsseln. Dazu verrät die Künstlerin ihren Trick: „Ich verwende Kaffeesatz, den ich mit Acrylfarbe mische, um diese Struktur zu erhalten.“ Wie mit Materialien experimentiert sie auch mit Techniken, wie dem Abklatschen von Farbe auf durchsichtige Platten oder der Kombination von Malerei und Zeichnung. Doch eines zieht sich durch ihre aktuellen Werke: „Menschen und die Begegnungen mit ihnen faszinieren mich. Am meisten fesseln mich Gesichter, die eine Geschichte erzählen. So kam es auch zu meiner Serie, die Flüchtlinge zeigt und auf deren Schicksal verweist.“ 

 

Auch schaut sie gerne dorthin, wo andere vorübergehen: „Wenn ich im Museum bin, interessieren mich nicht nur die Bilder, sondern auch die Besucher oder Aufsichtspersonen. So entstand auch meine Arbeit ‘Die Wächter’.“ Das Bild im Querformat ist eines der größten im Atelier und zeigt vier Männer in typischen Posen des Aufpassers. Ohne definierte Raumgrenzen im Bild stehen hier Menschen im Fokus, die sonst oft nur Randnotiz sind.“ Das Dahinter oder Darunter interessiert die Malerin. Dabei lässt sie sich Beate Uber-Lange auch vom Zufall leiten: „Ich lasse dann den Stift laufen und beobachte, was entsteht. Das kann ich dann wieder weiterentwickeln.“ So beinhalten ihre Arbeiten manchmal auch abstrakte oder mehrdeutige Elemente, immer aber stehen sie im Kontext mit der menschlichen Gestalt.

Hier geht es zum Zeitungsartikel. Mehr zur Künstlerin und ihren Arbeiten auf der Webseite.

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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