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Mein Lebens.Künstler: Lyonel Feininger

von | Apr 25, 2018 | 0 Kommentare

Mein Lebens.Künstler

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Jeden Monat eine neue Frage – jede Woche eine individuelle Antwort: In dieser Reihe stellen wir Euch unsere liebsten Lebens.Dinge vor.

Wer ist Dein Lebens.Künstler?

Mein Lebens.Künstler ist mit Lyonel Feininger ein Deutsch-Amerikaner. Das ist zwar vermutlich ein völliger Zufall – aber es passt schon sehr gut zu mir, einem Magister der Amerikanistik und USA Fan!

Mein Zugang zu Kunst war stets sehr beschränkt. Allenfalls gefielen mir einige Bilder von ihrer Ästhetik her, eigentlich war die Kunst mir nie besonders wichtig. Ein selbst gemaltes Bild von mir zum Geburtstag war wohl eher belastend als ein Geschenk. Kunst spielte tatsächlich keine Rolle in meinem Leben. In der Mittelstufe des Gymnasiums habe ich einst sogar in Erfahrung bringen müssen, dass eine nicht ausreichende Leistung im Bereich Kunsterziehung nicht versetzungsrelevant ist. Glück gehabt.

Das einzige, was ich regelmäßig und einigermaßen solide zeichne, sind Quadrate. Ein echter Kubist, sozusagen. Das Zeichnen der Würfel ist aber eher eine Übersprungshandlung als künstlerischer Impuls, wenn auch immerhin perspektivisch korrekt. Wie kommt es dann dazu, dass ich eben jenen deutsch-amerikanischen Feininger meinen „Lebens.Künstler“ nenne?

Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit.

Lyonel Feininger

Lyonel Feininger, 1871-1956

Was fasziniert Dich an seiner Kunst so?

An Feininger begeistert mich seine Farb- und vor allem Formsprache:

Mein Kubismus … ist genau das Gegenteil dessen, was die französischen Kubisten anstrebten. Er beruht auf dem Prinzip der Monumentalität und Konzentration bis zum Äußersten, auf meinen Visionen … Meinen Kubismus nenne ich lieber “Prisma-ismus”.

Lyonel Feininger

Dieser „Prisma-ismus“ berührt etwas in mir. Ich weiß nicht genau was. Ich weiß nicht warum. Zum ersten Mal habe ich einen Feininger in Würzburger Kulturspeicher hängen sehen. „Paul Klee und Lyonel Feininger. Malerfreunde am Bauhaus.“ Mein Kunstinteresse war zu diesem Zeitpunkt ähnlich stark ausgeprägt wie damals in der versetzungsgefährdeten Mittelstufe. Klee, das sagte mir etwas. Feininger? Noch nie gehört. Aber quer durch den Raum hat mich Feininger schon auf den ersten Blick in den Bann gezogen. Am meisten hat mich überrascht, dass ich überhaupt so intensiv auf Kunst reagiere. Vielleicht fühle ich mich von geometrischen Formen doch stärker angezogen, als ich es wusste. Man denke nur an meine ritualisierten Würfelzeichnungen.

Aber es sind eben nicht nur die Formen und Farben. Es sind die Stimmungen bei Feininger, die mich in den Bann ziehen. Die Motive und Atmosphären sind nicht immer eindeutig, manchmal etwas düster, manchmal hoffnungsvoll und maritim. Nie überdeutlich, aber immer gegenständlich genug.

Was kann ich für mein Leben mitnehmen?

Kunst scheint, ganz wie Feininger es sagt, eben doch kein Luxus zu sein. Vielleicht ist es für jeden eine Notwendigkeit, auch wenn man das erst spät für sich selbst entdeckt. Ganz subjektiv glaube ich, dass die Kunst nicht die größte Lücke ist, die es bei mir im Leben zu schließen gilt. Aber ich bin froh, dass ich auf den besten Weg dorthin bin.

Ich bin immer noch kein Kunstexperte. Bei Weitem nicht. Dafür habe ich meine Frau. Aber jeder ist Experte für das, was sie oder ihn wirklich berührt und/oder gefällt. Dass ich so etwas mittlerweile aus der Kunst mitnehmen darf – dafür bin ich Lyonel Feininger sehr dankbar.

 

 

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Christopher Wilker
Lebens.Haus Team

Leben Heute & Morgen, Kulinarisches, Sportliches. Alltagsbeobachter, Genussmensch, Katervater und Sport-Enthusiast. Meditationsneuling.

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