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Tolle Ideen für einen Ausstellungsbesuch mit Kindern

von | Nov 20, 2017 | 0 Kommentare

Mit Kindern ins Museum

Aus der Reihe: Kunst entdecken

Kulturorte und Ausstellungen mit Kindern erkunden

Ausstellungen, Museen, Kirchen, kulturelle Einrichtungen gibt es viele. Gerade im Ruhrgebiet, wo ich lebe. In meiner Arbeit als Kunstpädagogin stelle ich mir die Frage: Wie gestalte ich die Besuche für Kindern spannend und ansprechend?

Zunächst hilft es, etwas Vertrauen zu haben – in das Angebot der Einrichtung, dem Kulturort vor Ort  – die oft schon vielfältige Zugänge für Kinder in die Ausstellung integriert haben. Und natürlich in die Entdeckungsfreude und Neugier der Kinder selbst, die neue Orte gerne erkunden und kennenlernen wollen. Dies gilt vor allem für private Ausstellungsbesuche mit Familie und Freunden.

Doch was, wenn in den Räumlichkeiten nur gilt: „Anfassen verboten!“ Oder in einem Museum keine Angebote für Kinder und Jugendliche geboten werden? Oder ich einfach meinem Kind gerne etwas mehr Auseinandersetzung bieten möchte?

Eine Möglichkeit, ist einen „Laufzettel“ oder eine „Entdecker-Liste“ für Kinder zu gestalten. Diese gibt den Kindern Aufgaben und Anregungen mit auf den Weg durch die Exponate. Wenn das Kind noch zu jung zum Lesen ist, kann man Zeichen erfinden oder die Fragen und Aufgaben einfach gemeinsam durchlesen und sich zusammen auf die Suche machen.

Mit Kindern und Jugendlichen in der Ausstellung „Grundsteinkisten“

Eine Entdeckungstour durch die Ausstellung: Der Laufzettel

Ein Laufzettel für die Ausstellung „Grundsteinkisten“

Hintergrund: Was sind die Grundsteinkisten?

Von Künstler Norbert Bauer Mitte der 1990er Jahre initiiert, fand das Großprojekt Grundsteinkisten zur Finanzierung eines Kunsthauses in Langenberg reichlich Zuspruch. Künstler aus ganz Europa bemalten, verzierten oder behauten die drei rohen Kalksandsteine. Diese wirken, in eine Holzkiste nebeneinander gesetzt, wie kleine Triptychen. Über 400 Stück fanden ihren Weg zurück nach Langenberg. Seit letztem Jahr hat die Sammlung nun endlich ihre ständige Heimat im Wandelgang des Bürgerhauses gefunden.

 

Für einen Besuch von zehn- bis vierzehnjährigen Kinder im Rahmen des Projekts „Kulturrucksack NRW“ in der Ausstellung bereitete ich einen interaktiven Laufzettel vor, wie diese die Sammlung selbst erforschen und eigenständig erkunden konnten:

 

Entdecke die Grunsteinkisten selbst!

  • Welche Grundsteinkiste gefällt Dir am besten?
  • Was magst Du daran besonders?
  • Denke Dir einen Titel für die Kiste Nr. … aus:
  • Welche Kiste gefällt Dir gar nicht?
  • Was haben die Kisten 139 und 318 gemeinsam?
  • Findest Du die Tänzerinnen?
  • Wo findest Du Gemüse?
  • Welche Kiste hat Deine Lieblingsfarbe?
  • Findest Du kleine Verstecke?
  • Wo ist etwas vom Künstler kaputt gemacht worden?
  • Wie viele Kisten sind fast ganz rot?

 

Hier findest Du den Zeitungsartikel zu der Kunstvermittlung in der Ausstellung Grundsteinkisten.

Der Laufzettel mit Fragen zu den Grundsteinkisten

Stelle Deine eigene Entdeckertour für Kinder zusammen!

..Wenn Du die Räumlichkeiten, das Museum oder die Ausstellung schon selbst besucht hast, und die Exponate kennst – super! Dann ist es bestimmt kein Problem für Dich, geeignete Fragen zusammenzustellen.

Falls nicht, hier ein paar Fragen und Aufträge, die auf viele Orte und Einrichtungen anwendbar sind:

  • Was (welches Bild/ welches Tier/…) gefällt Dir am besten?
  • Denke Dir einen Namen dafür aus.
  • Was gefällt Dir überhaupt nicht?
  • Wo findest Du Dinge in Deiner Lieblingsfarbe?
  • Was ist das Kleinste, das Du finden kannst?
  • Was ist das Größte, das Du siehst?
  • Wo siehst Du etwas weiches, wo etwas hartes?
  • Findest Du etwas in der Farbe Rot?

Wichtig daran ist, dass es nicht hauptsächlich Fragen gibt, die nur „richtig“ oder „falsch“ beantwortet werden können. Auch hilft es, die Fragen möglichst offen zu formulieren. Die Kinder und Jugendlichen sollen die Werke aus ihrer eigenen Perspektive sehen und wahrnehmen, was ihnen gerade zu diesem Zeitpunkt als wichtig oder interessant erscheint. So ist eine selbstbestimmte Interaktion und selbständiges Umgehen mit neuen Eindrücken möglich. Auch beschreiben zu dürfen, was nicht gefällt kann für Kinder richtig befreiend sein. Oft wird so klar, was ein Kind nicht versteht, oder wo es Gesprächsbedarf hat.

Mehr zu meiner Arbeit als Kunstpädagogin erfährst Du hier.

Was hast Du als Kind für Erfahrungen in Ausstellungen oder Museen gemacht?

Welche Erfahrungen hast Du mit Deinen Kindern in Ausstellungen oder Museen gemacht?

Hast Du weitere Ideen für interaktive Besuche in Museen?

 

(Photo Credits: Heike Mühlenstedt-Felix, Robert Zapf)

 

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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