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Vom Zerreissen in der Kunst

von | Sep 20, 2017 | 0 Kommentare

Gestalten mit Papierstücken und -fragmenten

Die Reihe “Schritte zur Kreativität” soll Mut machen, eigene künstlerische Wege zu entdecken!

 

Vom Zerreissen in der Kunst

Papier nicht ordentlich geschnitten .. sondern mit scharfen, glatten Kanten.

Vermeintlich ungezielt, die Ecken uneben und ausgefranzt.

Die Linien unregelmäßig und uneben.

Gerissen eben.

Eine Zerrissenheits.Ausstellung?

Eine Künstlerin, die eine ganze Ausstellung mit dem Thema des Zerreissens oder der Zerrissenheit gestaltet, ist die Düsseldorferin Petra Ellert.

Ihrer Arbeiten in den verschiedensten Formaten zeigen alle Menschen, Akte, Porträts oder Paare. Die Menschen sind jedoch nicht gezeichnet, sondern schälen sich förmlich aus dem Papier heraus: Die Künstlerin reißt alle ihre Motive aus dem Blatt.

Eine filigrane Technik, die ihren Arbeiten viel Tiefe gibt und diese oft fast dreidimensional erscheinen lässt. Sind ihre Arbeiten auch eine Gegenüberstellung der Geschlechter?  Frau und Mann in den verschiedensten Darstellungen sind als „Eva und Adam“ Thema von Petra Ellert.

Ungewöhngliche Papierkunst mit Adam und Eva

Eine Gegenüberstellung der Geschlechter? Frau und Mann in den verschiedensten Darstellungen sind das Thema der Düsseldorfer Künstlerin Petra Ellert.

Gold – die magische Farbe

Vor ihrem Studium hat Petra Ellert eine Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht hat. Da ist es nicht erstaunlich, dass die Farbe Gold in einigen ihrer Arbeiten eine wichtige Rolle spielt. Dies gipfelt in dem ganz in Goldfarbe gehaltenen Porträt eines jungen Mannes: Der Kopf kommt einem richtig entgegen und sein Blick wirkt geheimnisvoll.

Die reliefartige Gestaltung des Papiers, die einem die Personen plastisch entgegentreten lässt, ist ein besonderes Merkmal der Künstlerin. Wie auch die Tatsache, dass Petra Ellert die Porträts und Akte Dank ihrer Reisstechnik förmlich aus dem Papier herausschält. So entstehen filigrane Arbeiten, deren Tiefe den Betrachter dazu auffordern, Einblicke von unterschiedlichen Seiten zu nehmen. Neben der dreidimensionalen Gestaltung fasziniert die Technik der Künstlerin: Wie kann man Papier so fein reißen?

Eva lässt Adam warten

Wie der Titel der Ausstellung selbst, spielen auch die Namen der Werke humorvoll mit Geschlechterrollen und Identität: „Warten auf Eva“ oder „Vielleicht Helen“ heißen die Papierarbeiten. In jedem Bild gibt es viel zu entdecken und man scheint in den Gesichtern einem bekannte Menschen zu entdecken. Diesen Interpretationsraum eröffnet die Künstlerin durch die offene Benennung ihrer Werke: Durch das ‘vielleicht’ unter den Bildern rückt einem die abgebildete Person persönlich näher.

Die Farbgebung von Petra Ellerts Arbeiten ist abgesehen vom sparsam eingesetzten Gold gedeckt und fein nuanciert. So fällt das Augenmerk schnell auf die vielfältigen Materialien und Papiersorten, die in den Collagen Verwendung finden. Hier zeigt sich der fantasievolle und manchmal augenzwinkernde Umgang der Künstlerin mit ihrem Arbeitsmaterial: Ein auf den ersten Blick schwerer goldener Barockrahmen ist aus zusammengeklebten Pommeschälchen von ihr selbst gestaltet und dann besprüht worden.

(Der Text basiert auf meinem Artikel für die WAZ Velbert vom 26.09.17)

Zu sehen sind die Arbeiten der Künstlerin aktuell im Alldie Kunsthaus in Velbert-Langenberg.

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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