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Finde Dein Symbol!

von | Okt 3, 2017 | 2 Kommentare

Kreative Arbeit mit Deinem persönlichen Zeichen

Die Reihe “Schritte zur Kreativität” soll Mut machen, eigene künstlerische Wege zu entdecken!

Was ist eigentlich ein Symbol?

Ein Symbol verstehen wir als ein Zeichen, das stellvertretend für etwas anderes steht. Eine bildliche Darstellung also für die eigenen Erfahrungen, Vorstellungen und Assoziationen.

Erst Menschen geben bestimmten Formen und Zeichen Inhalt und Bedeutung und verleihen ihnen damit Gehalt und auch Macht. Denn für sich gesehen ist ein Symbol noch frei von jeder Bedeutung. Erst durch die Interpretation des Menschen – also  durch unsere Augen – wird etwa die Form eines stilisierten Herzens zum Bild für die Liebe.

Es gibt allgemein anerkannte Symbole, die das gesellschaftliche Zusammenleben vereinfachen (wie Verkehrszeichen) oder zur globalen Orientierung und dem Austausch (wie das Symbol des Kreuzes). Symbole können also Orientierung und Halt geben, genauso wie sie die Verständigung unter sich fremden Menschen erleichtern. Nicht umsonst gibt es für Reisende ein in jedem fremdsprachigen Land einsetzbares „Wörterbuch“, das durch Symbolsprache und das Zeigen auf bestimmte kleine Zeichen funktioniert (Messer und Gabel stehen etwa für Essen gehen).

Doch wie kann ein Zeichen oder Symbol für Dich persönlich interessant, bedeutsam oder wirkungsvoll sein?

Blicken wir einmal kurz zurück: Ganz im romantischen Sinne verstand Goethe das Symbol als eine „aufschließende Kraft“, die eine Erscheinung in eine Idee und diese schließlich in ein Bild verwandelt. Für den Schriftsteller und Wissenschaftler stellten Symbole das Besondere im Allgemeinen dar (Homberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000).

So haben Gedanken und Vorstellungen, die uns persönlich wichtig sind, das Potenzial durch Verknüpfungen mit eigenen assoziativen Bildern zum persönlichen Symbol zu werden. Viele Menschen tun dies ganz automatisch und pragmatisch als Alltagshilfe: Wer beispielsweise eine Timer oder Kalender analog benutzt, hat häufig seine ganz eigenen Abkürzungen und Bilder um Aufgaben und Termine zu ordnen oder zuzuordnen. Auch digitale Kalender und Apps machen sich dieses Prinzip zu eigen: der Briefumschlag oder Telefonhörer sind uns gängie Bilder und eindeutig Aktionen zuzuordnen.

Darüber hinaus, dass sie uns den Alltag erleichtern und strukturieren, können uns persönliche Symbole Halt, Geborgenheit und Sicherheit geben. Nicht ohne Grund gibt es in vielen Kulturen schützende Zeichen und Symbole: Engel, Augen und blumenartige Ornamente sind hierfür typische Beispiele.

 

Das Herz: ein Symbol, das jeder versteht.

Die Raute – mein Symbol. Oder: Wie ist das bei mir selbst?

Mich begleitet die Form der Raute schon ein Jahrzehnt:

Viele meiner Zeichenübungen aus der Jugend und im Studium enthielten Rautenformen. Ich variierte sie bewusst und unbewusst in den verschiedensten Größen und Formabweichungen.

Auch heute noch begleitet mich die Grundform der Raute: Bei der kleinen Collage zu meinem Symbol.w.Ort ist die Raute versteckt zu finden: in der Form eines Blütenblattes auf dem Kopf des Frauenporträts.

Steht sie für einen Haarschmuck?

Ist sie einfach ein dekoratives natürliches Element?

Oder steht sie für die geistige Erleuchtung?

Nicht nur eine dieser Antworten ist richtig – und genau das gefällt mir: Die Vieldeutigkeit der Form, die mir aktuelle und individuelle Deutungen und Projektionen ermöglichen.

 Doch ist die Raute überhaupt ein Symbol, nicht nur eine geometrische Form? Diese Frage beantworte ich für mich mit: Ja, sie ist (m)ein Symbol. Denn ich fülle sie in jedem Gestaltungsprozess und bei jeder Betrachtung neu mit Inhalten und Bedeutung.

Mein Symbol – Meine Collage

Eine kreative Übung für Dich:

Jetzt soll es aber um Dich persönlich gehen – welches Symbol ist Deines?

Folgende Fragen können Dir Anregung sein:

Welches Bild beschreibt Deine aktuelle Lebenssituation am besten? Begleitet Dich vielleicht schon lange ein bestimmtes Zeichen oder Symbol? Kritzelst Du während eines Telefonats unbewusst immer die gleiche geometrische Form? Welche Form gefällt Dir einfach ästhetisch gut?

Nimm Dir ruhig Zeit…

…für Deine Gedanken und hole Dir ein leeres weißes Blatt zur Hilfe.

Kritzle mit einem Stift Deiner Wahl etwas herum, probiere einige Zeichen aus.

Fange mit ganz simplen geometrischen Formen an: In einem Kreis oder Dreieck steckt schon so unendlich viel Bedeutung und Assoziationsmöglichkeit. Nicht umsonst ranken sich soviele Bedeutungen, Mythen und Religionen um diese Grundformen.

Zeichne weiter, entweder findest Du Dich in geraden Linien und eckigen Formen wieder, oder Deine Linien werden rund, organisch, schlangenförmig.

Es geht dabei nicht um ästhetisch ansprechende Ergebnisse, sondern um den intensiven Zeichenprozess, um die Lust am experimentieren. Hier sind nun die eigenen Ideen gefragt – es gibt dabei kein richtig und falsch.

Nimm Dir ruhig Zeit – auch weiterhin. Zeichne frei und ohne ein genaues Ziel zu fixieren. Probiere immer wieder neue Formen aus und kombiniere die Linien auf unterschiedlichste Art und Weise.

Haben sich bei Dir bestimmte Formen und Zeichen, Symbole oder Elemente gefunden, herauskristallisiert? Ich freue mich von Deiner Erfahrung zu hören – und zu sehen. Schicke gerne Deine Zeichenversuche und Symbolbilder an: social@lebens.haus!

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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