Achtsamkeit im Alltag: Das eigene Lebens.Tempo finden

von | Jul 17, 2019 | 0 Kommentare

Achtsamkeit im Alltag

Sechs Frauen und ein Mann sitzen im Kreis im schönen Kursraum der Praxis von Iris Eichholz und wollen diesen Samstagvormittag eine Pause vom Alltag nehmen. Eichholz ist Hebamme und Heilpraktikerin und bietet seit dem Frühjahr diesen Jahres Achtsamkeitskurse an. „Die genaue Bezeichnung für das Programm ist MBSR, das für Mindfulness Based Stress Reduction steht und Stressbewältigung durch Achtsamkeit bedeutet“, erklärt die Heilpraktikerin.

Achtsamkeit ist ein Begriff, der seit einigen Jahren in Mode ist und in den verschiedensten Zusammenhängen auftaucht. Was aber bedeutet Achtsamkeit für Iris Eichholz?

„Es geht darum, im eigenen Leben anzukommen. Jetzt.“

Es bedarf keiner bestimmten Glaubensrichtung oder Weltanschauung, um Achtsamkeit zu praktizieren. Achtsamkeit beschreibt also eine besondere Art der Grundhaltung sich selbst, anderen Lebewesen, den Dingen – kurz: dem Leben gegenüber.

Auf den Wellen des Lebens reiten

Achtsam den Alltag zu gestalten kann heißen, sich einzelner Tätigkeiten einfach bewusst zu werden und diesen aufmerksam nachzugehen. Dabei kann ein Achtsamkeitstraining unterstützen, bewusster und freundlicher mit sich selbst umzugehen. Eichholz beschreibt:

„Durch regelmäßiges Üben von Achtsamkeit lernt man, sich selbst und seine momentanen Lebensumstände so zu sehen, wie sie jetzt gerade sind.“

Gerade in anstrengenden Zeiten und Lebensphasen voller Veränderung kann achtsames Leben und Handeln in der Bewältigung des Alltags helfen: „Es lassen sich so Herausforderungen des Lebens aus neuen Blickwinkeln betrachten und sich neue, jetzt noch ungeahnte Möglichkeiten der Gestaltung auch in schwierigen Lebensphasen erschließen“, sagt Eichholz und fügt dazu eines ihrer liebsten Zitate von Jon Kabat-Zinn an:

„Wir können die Wellen des Lebens nicht aufhalten, aber wir können lernen, auf ihnen zu reiten.“

Doch zurück zum offenen Samstags-Kurs, dem Achtsamkeitslabor der etwa vierteljährlich stattfindet: Heute sind sowohl geübte Teilnehmer da, die bereits an Kursen teilgenommen haben, als auch neue Gesichter. Susanne hat bereits das achtwöchige Programm besucht und freut sich über die Auffrischung der Übungen: „Heute drei Stunden lang in der Gemeinschaft Übungen zu machen, hilft mir mich wieder an schon Gelerntes zu erinnern. Ich hoffe viel davon wieder mit in den Alltag nehmen zu können.“

Das eigene Lebens.Tempo finden

An diesem Vormittag geht es um das eigene Lebens.Tempo, das die Teilnehmer etwa durch bewusstes Gehen finden können. In jedem Schritt bei sich anzukommen – egal in welcher Geschwindigkeit, ist die Aufgabe. In einer weiteren meditativen Sitzübung geht es darum, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren. „Jeder Atemzug ist anders, jeder Atemzug ist neu“, gibt Iris Eichholz dabei als Anregung in die Runde. Und nach dem gemeinsamen Austausch zum Abschluss wird deutlich: So wie es keinen gebrauchten Atemzug gibt, gibt es auch keinen gebrauchten Moment. Jeder Augenblick ist neu und hält großes Potenzial für das eigene Leben bereit.

Eine achtsame Körper-Übung für Dich

Warst Du heute schon lebendig? Ja? Bist Du es vielleicht sogar gerade jetzt – in diesem Moment?

Bist Du wirklich ganz und gar da, wo Du Dich gerade befindest? Mit Körper, Atem, Gedanken und Gefühlen?

Präsent?

Halte einen Moment inne. Spüre Deine Füße. Haben die Füße Kontakt zum Boden? Wie ist dieser Kontakt? Wenn Du sitzt, spüre, dass Du sitzt.

Wenn Du in einer anderen Position bist, spüre die jeweilige Position Deines Körpers. Vielleicht können Deine Schultern etwas tiefer sinken.

Atmest Du?

Spüre, wie der Atem in Deinen Körper einströmt und ihn wieder verlässt.

Wo kannst Du den Atem spüren?

An den Nasenlöchern? Im Brustkorb? Im Heben und Senken der Bauchdecke? Begleite einige Atemzüge ganz aufmerksam vom Beginn der Einatmung bis zum Ende der Ausatmung.

Wenn die Situation es zulässt und Dir danach zumute ist, schließe für einen Moment die Augen, während Du den Atem beobachtest.

Jetzt, wo Sie die Augen wieder geöffnet haben, frage Dich doch einmal kurz, wie es Dir eigentlich in diesem Moment geht. Und wenn Dir etwas in den Sinn kommt, das Dir jetzt gut tun könnte – was hält Dich davon ab, es zu tun?

(Iris Eichholz)

Achtsamkeit. Die Einladung, in Deinem eigenen Leben anzukommen. Jetzt.
 

Daten und Kontakt: Weitere Informationen zu dem Angebot von Iris Eichholz, darunter auch den achtwöchigen Achtsamkeitskurs zur Stressbewältigung sind hier zu finden.

(Der Text erschien ähnlich in der WAZ Velbert, 16. Juni)

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Meike Schuster
Lebens.Haus Team

Kunst und Kreativität, Kultur und Alltag. Auf der Suche. Katzenmensch, All-interessiert, Tagebuch-Schreiberin.

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