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Alltagsexerzitien – Alltagserfahrungen auf dem Weg bis Ostern

von | Feb 24, 2018 | 1 Kommentar

Alltagsexerzitien 2018

Alltagserfahrungen auf dem Weg bis Ostern

Gemeinsam unterwegs

Es ist wieder so weit, wir sind in der Fastenzeit 2018. Meine Frau und ich haben uns zu einer Gruppe angemeldet, die in der Fastenzeit ein Angebot für Christen und Interessierte beider Konfessionen macht.

Ökumenische Alltagsexerzitien ist der Arbeitstitel, der über der Zeit bis Ostern steht. Es ist ein ziemlich sperriges Wort, unter dem sich ca. 20 Menschen angemeldet haben, um einmal in der Woche gemeinsam Impulse für den eigenen Weg bis Ostern zu bekommen. Über die Woche ist jeder Teilnehmer eingeladen täglich eine Zeit der Besinnung zu halten. In einem Begleitbuch werden Texte, Gebete, Lieder und Bilder angeboten, oder man nimmt sich einfach Zeit für die eigene Stille und Meditation.

In der Gruppe ankommen

Wir treffen uns gemeinsam bis Ostern, einmal die Woche, in einem hellen, schön renovierten großzügigen Raum.
Unsere Gruppenleiterin arbeitet auch im echten Leben als Coach mit Menschen und so holt sie uns ganz sanft ab.

Wir vereinbaren, dass alles, was in der Runde gesprochen wird, auch in der Runde bleibt. Daran werden wir uns natürlich halten.

In der Mitte des Stuhlkreises ist ein buntes Tuch ausgebreitet, auf dem eine Kerze leuchtet. Es liegen fünf Bilder auf dem Boden, um die Kerze herum.

Unsere Gruppenleiterin erläutert kurz die Bilder und legt diese etwas weiter verteilt im Raum aus. Wir sollen uns die Bilder anschauen und uns zu dem Bild stellen, bei dem wir ein Stück unserer Sehnsucht ausgedrückt finden.

Leise Musik ertönt im Hintergrund und wir laufen durch den Raum, von einem Bild zum anderen, bis wir unser Bild gefunden haben.

Ich stelle mich zu einem Bild, auf dem ein Sonnenuntergang am Meer dargestellt ist. Ein Mensch läuft am Ufer entlang, kaum zu sehen. Das Bild strahlt eine friedliche Stimmung aus. Es drückt ein Stück Urlaub aus, aber eben auch die Größe und Schönheit in der Welt zu sein.

Ich habe dieses Bild gewählt, weil es so gut zu einem Aufenthalt am Meer passt, den wir im Jahr zuvor hatten und der meiner Frau und mir sehr gut tat.

Elke wählt ein anderes Bild. Es ist ein Bachlauf darauf abgebildet. Elke meint:„ Mich zieht die Lebendigkeit dieses sprudelnden Wassers an. Es könnte ein Gebirgsbach sein, der hoch oben in den Bergen entspringt. Das hat etwas Ursprüngliches an sich.“

Sich auf die Gruppe einlassen

Die Leiterin bittet uns wieder zurück in die Mitte. Wir singen ein Lied, das uns auf Anhieb ziemlich gut gelingt. Da sind wohl einige geübte Sänger unter den Teilnehmern. Die Melodie, der Text, der gemeinsame Gesang, all das hilft uns, in diesem Raum anzukommen und uns einzufinden.

Nach dem Lied liest uns die Gruppenleiterin einen Psalm vor. Es ist der Psalm 46, der Vorschlag aus dem Begleitheft für diese Tage, das jeder in Händen hält.

Mit langsamer Stimme vorgelesen, hören wir dem Text des Psalms zu.

Nach dem Vorlesen werden vorbereitete Blätter, auf denen die einzelnen Verse stehen, auf den Boden gelegt. Die Leiterin bittet uns, dass wir uns einen Vers aussuchen.

Elke und ich haben so unsere Probleme mit der einen oder anderen Verszeile aus dem Psalm.

Dafür ist heute aber noch kein Platz, wir werden erst beim nächsten Treffen in den Austausch gehen. Jeder der Teilnehmer findet seinen Vers:

Ich habe mich für den folgenden Vers entschieden:

Er setzt den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde,

der zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen, im Feuer verbrennt er die Schilde.

Ja, da kann ich zustimmen, das ist eine gute Sache.

Elke hat sich einen anderen Vers herausgesucht:

Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge

Elke bewegt dabei das ausgesprochene Vertrauen über alle Ängste hinweg.

Wer will, ließt seinen ausgewählten Vers vor. So entsteht ein ganz eigener Psalm im Hören auf die Stimmen der verschiedenen Leser.

Ein Lied, das von Bewahrung spricht

Wir sitzen wieder im Stuhlkreis. Der Abend neigt sich dem Ende zu.

Wir singen noch ein Lied und sprechen danach ein Gebet.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen.

Ein Segen zum Abschied

Wir sprechen miteinander das Vaterunser, dann geben wir einen Segen aneinander weiter, indem wir die Hände unseres jeweiligen Nachbarn umfassen und ihm zusprechen: Der Herr sei mit Dir.

Austausch im Auto

Auf dem Weg nach Hause tauschen meine Frau und ich uns noch etwas über den ersten Abend aus.

Wir sind uns einig, dass es schön ist, Menschen nach einem Jahr wieder zu treffen und sich gleich als eine Gruppe zu wissen. Wir sind gespannt auf den Austausch über die Erfahrungen jedes Einzelnen im Alltag in der nächsten Woche.

Wir laden Euch herzlich ein, Euere Erfahrungen mit der Fastenzeit mitzuteilen.

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Stefan Schuster
Lebens.Haus Team

Tatmensch, Visionär, Lebens-Architekt und Gestalter seiner Träume. Meditation, Spiritualität, Fotografie. Berührt von der Schönheit des Wahrnehmbaren und getroffen von dem, was Alles trägt.

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