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Alltagsexerzitien – Alltagserfahrungen auf dem Weg bis Ostern III

von | Mrz 10, 2018 | 0 Kommentare

Alltagsexerzitien 2018

Zweite Woche: Fürchte dich nicht – Gott steht dir zur Seite

Erfahrung mit der zweiten Woche

Heute mache ich mich etwas später und alleine auf den Weg zu den Alltagsexerzitien. Mein Mann ist verhindert, Viren und Bakterien fordern ihren Tribut. Als ich ankomme sitzen die anderen Teilnehmer bereits in zwei Gruppen im Stuhlkreis zusammen und tauschen sich über die letzte Woche aus. Ich suche mir einen freien Stuhl in einer der beiden Gruppen und komme erst mal an. Dann bin ich schnell ins Gespräch eingebunden und erzähle von meinen Überlegungen zum Thema Angst.

Es dauert schon eine Weile, bis wir uns in der Gruppe ausgetauscht haben. Dann finden wir uns wieder in der großen Runde gemeinsam ein.

Imaginationsübungen haben eine alte Tradition

Unsere Gruppenleiterin hat für heute etwas Besonderes vorbereitet. Sie will uns neben dem Nach.Denken auch ins Nach.Spüren bringen. Es geht heute um eine innere Reise in Form einer Imagination, die uns Bilder entlang einer Geschichte vor unser inneres Auge malt.

Kleiner Exkurs zu Imaginations.Übungen

Die Heilkraft innerer Bilder begleitet die christliche Mystik und Spiritualität schon über Jahrhunderte. Heute findet sich die Imaginations.Praxis auch in vielen therapeutischen Zusammenhängen um in Verbindung mit unseren inneren Prägungen zu kommen. So arbeiten z. B. bestimmte Formen der Psychotherapie, das „Autogene Training“ und andere Entspannungspraktiken mit inneren Bildern.

Einer der spirituellen Väter im Christentum für die Imagination von Jesus.Geschichten ist Ignatius von Loyola (1491 – 1556).

Ignatius beschreibt zwei geistliche Imaginations.Übungen als spirituellen Weg.

Der erste Imagination.Weg will dazu anleiten „in die Vision Gottes einzutreten“ und so auf diese Welt zu schauen.

Der zweite Imagination.Weg von Ignatius lädt dazu ein, uns die Erzählungen über Jesus so zu vergegenwärtigen, als wenn wir mitten dabei sind.

Auf so einen Imaginations.Weg sollen wir uns heute also einlassen.

Imaginations.Übungen haben es in sich

Die Geschichte, in die wir eintauchen wollen, steht im Matthäusevangelium.

Unsere Gruppenleiterin erklärt uns gut, was sie mit uns vorhat:

  • Die Geschichte wird für die Erzählung in zwei Hälften unterteilt.
  • Nach jedem der beiden Teile gibt es eine Zeit der Stille, in der wir uns selber in der Geschichte einfinden.
  • Wir sollen einmal in die Haut des Petrus schlüpfen und die Geschichte aus seinem Erleben und durch seine Augen nachempfinden.
  • Im nächsten Schritt dann können wir uns einen Jünger aussuchen und in dessen Rolle schlüpfen. Aus dieser Perspektive und Wahrnehmung gilt es dann dem Geschehen nachzuspüren.
  • Nach einiger Zeit der Stille wird dann, nach jeder der beiden Einheiten, eine Klangschale ertönen und der Gong lädt uns ein, aufzutauchen aus der Imaginations.Übung.
  • Jetzt gilt es noch zu den vorbereiteten Plakaten zu gehen, die im Raum verteilt auf drei Tischen liegen.
  • Wer will, kann zu den vier Fragen etwas auf die Plakate schreiben.

Die Fragen auf den Plakaten werden uns noch kurz erklärt:

  • Wie erlebst du als Petrus das Geschehen?
  • Was geht in dir vor?
  • Wie fühlst du dich in diesem Sturm?
  • Wie erlebst du Jesus, der über das Wasser geht?

Dann tauchen wir ein in die Erzählung

Ich schließe meine Augen und lausche der Geschichte:

Erster Teil der Geschichte:

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!

Zweiter Teil der Geschichte:

Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!
(Lutherübersetzung: Mt. 14,22-33)

Mitten drin in der Geschichte

Für mich war es eine intensive Erfahrung, so „im wahrsten Sinne des Wortes“ in die Geschichte einzutauchen.

Als wir dann wieder auf unseren Plätzen saßen, wurde noch das, was auf den Plakaten stand, vorgelesen.

Es war eine tolle Gemeinschaftserfahrung.

Mit einem Lied und einem Gebet und den mir schon lieb gewordenen Segen, den wir in jeder Woche einander zusprechen, ging der Abend zu Ende.

Ausblick auf die nächste Woche

Die nächste Woche steht unter einem schönen Wort: Fürchte dich nicht – Ich habe die Welt überwunden.

Ich denke, dann sind wir wieder gemeinsam dabei.

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Elke Schuster
Lebens.Haus Team

Auf dem Weg. Aphorismen, Rat & Tat. Lebensraum- und Natur-Gestaltung. Meditation und Glaube. Der einzelne Mensch erfährt sich in der direkten Zuwendung und Wertschätzung als Persönlichkeit.

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