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Segen empfangen

von | Jul 2, 2018 | 2 Kommentare

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Segen empfangen

Aus der Reihe: Jeder Mensch hat einen Segen

Ich stehe draußen auf einer Wiese, es regnet in Strömen, der warme Frühsommerregen durchfeuchtet meine Kleidung, er dringt vor bis auf meine Haut. Ein leichtes Schauern geht mir durch den ganzen Körper, ich bleibe noch etwas stehen und genieße diese Minuten. Nein, nicht bei jedem Regen, aber manchmal ist es einfach da, der Moment, der mir gilt und der mich beschenkt.

Zwei Ausflüge in unsere Vergangenheit

Die Archetypen in uns

Für einen Moment möchte ich mit Euch eine kleine Reise zurückmachen, in die Zeit, in der sich die Urbilder, die Archetypen (C. G. Jung) unserer Spezies formten. Die Bilder und Empfindungen, die tief in mir wohnen und mir, wie ein Betriebssystem, als Grundlage für alle meine Lebens.Programme zur Grundsteuerung eingegraben sind.

  • ich stelle mich hinein in die Stille eines Waldes
  • ich stehe in einer tiefschwarzen Nacht und blicke in einen Gewitterhimmel oder eine Sternenklare Nacht
  • ich wärme mich an einem Feuer
  • ich schmecke Beeren, die ich selbst gepflückt habe
  • ich spüre Angst, vor einer drohenden Gefahr, die ich auf mich zukommen höre
  • ich trinke von einem Bach das klare Wasser, dass ich mit meinen Händen schöpfe

Es wohnen vieler dieser Bilder in mir, wenn ich mir Zeit für diese Reise nehme. Diese Bilder sind voll von den Erfahrungen, die unsere Spezies über viele Jahrtausende geprägt haben. Es sind wahrscheinlich nur wenige Freude.Bilder, es sind vor allem Flucht.Bilder, Bilder, von Naturgewalten, es sind Bilder des Überlebens.Kampfes, es sind Freund- und Feind.Bilder, Rollen.Bilder von Mann und Frau, Entwicklungs.Bilder von Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Alter, Macht- und Ohnmachts.Bilder und dann irgendwann kamen auch Gottes.Bilder dazu.

Eines verbindet diese Urerfahrungen miteinander, sie setzten sich so unmittelbar in die Lebens.Wirklichkeit der Menschheitsgeschichte fest, dass sie Eingang in ein gemeinsames kollektives (Unter)Bewusstsein finden.

Viele dieser Ur.Bilder haben heute ein anderes Gesicht bekommen, aber die meisten von ihnen sind noch da, auf unserer Erde und in unserem Kosmos.

Die Grundformen der Angst

Fritz Riemann, ein Psychoanalytiker schreibt im Jahr 1961 ein Buch, dass bis heute in der 42. Auflage im Ernst Reinhardt Verlag erschienen ist.

Grundformen der Angst ist eine tiefenpsychologische Studie über diese Tiefenschichten des Menschen. Riemann entwickelt anhand von vier Grundfomen die Antwort von uns Menschen auf unsere Ur.Angst.

  • die Angst vor der Hingabe
  • die Angst vor der Selbstwerdung
  • die Angst vor der Veränderung
  • die Angst vor der Notwendigkeit

Es sind dies Ängste vor zu enger Bindung, vor dem Verlassen werden, vor dem Ungewissen und dann auch die Angst vor dem Endgültigen, die jeden Menschen prägen und die Riemann in seiner Charakterkunde beschreibt.

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Segen empfangen

Wenn wir darüber sprechen, dass sich Segen empfangen lässt, dann in dem Sinne, dass Segen in diesen Tiefen erfahrbar sein muss. In unseren Ur.Bildern und in unseren Grundformen der Angst.

Segen ist dabei keine Selbsteinrede, sondern ein Zuspruch von einer grundlegenden Wirklichkeit in unserem Leben.

  • da ist zuerst die grundlegende Erfahrung der Zuwendung unserer Eltern. Es ist der Segen unseres Vaters, unserer Mutter, der sich in ihrer Zuwendung, ihrer Liebe, ihrem Vertrauen ausgedrückt hat.
  • dann ist es der Segen an den Schwellen unserer Entwicklung, der uns durch Menschen begegnet, unsere Paten, Lehrer, Freunde, Großeltern, Menschen, die es gut mit uns meinen und sich uns ehrlich und fördernd zuwenden.
  • für viele tritt zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Partner, eine Partnerin ins Leben, ein Bund fürs Leben. Es ist eine Zelle, ein Schutzraum, in dem wir uns weiten und dem Leben auf eine tiefe Weise zuwenden können, die Segen vielfältig greifbar macht.
  • für manche Menschen formt sich in ihrer Entwicklung ganz natürlich ein Zugang zu einer Segens.Wirklichkeit, die sie als großer Vater, große Mutter, Gott, das große Licht oder das Numinose, wie es C. G. Jung bezeichnet, nennen. Sie treten wie selbstverständlich damit in Beziehung. Von dieser Quelle erfahren diese Menschen Segen einer Ur.Wirklichkeit für ihr Leben, die an Tiefe und Kraft einer Liebesbeziehung zu vergleichen ist, die selbst die Grenzen des Todes zu überwinden glaubt.

Segen ist mir wesentlich

Mir ist diese Form, Segen zu erfahren, sehr wesentlich geworden, so wirklich und prägend, dass ich über jedem Menschen die Wirklichkeit, Segen zu empfangen, erahne. Für mich ist sie da, für mich ist sie wirklich, sie umgibt uns, sie trägt uns, sie verbindet uns mit dem Leben, so wie es ist. Sie verbindet uns mit der Angst, mit unseren Archetypen, mit den Menschen, die wir lieben und mit denen, die wir nicht kennen wollen.

Segen entdecken heißt für mich, heute mit meinem Glück und mit meiner Last Frieden zu schließen und morgen mit der Kraft, die in mir wohnt und der Kraft, die sich mir schenkt, zu leben.

Nur diesen Tag, nicht alle Tage,

nur diese Stunde, nicht alle Stunden

und nur dieses Tun, das vor mir liegt und nicht alle Taten.

Segen entdecken heißt für mich ab und zu innezuhalten und Stille zuzulassen.

  • Stillstand und Beruhigung meiner Gedanken, meiner Gefühle, meiner Ablenkungen
  • Hinhören auf die Bewegung meines Atems und dem Atem dieser Welt
  • Hingeben an den Großen Segen, der mich mit dem Kosmos verbindet, mit dem Sternenstaub, mit dem Frühlingsregen und der Dunkelheit meiner Nächte

Segen ist da in jedem Leben. Segen lädt ein zum Feiern, zum Danken, zum Singen, zum Umarmen dieses Tages und des Menschen, dem wir uns besonders verbunden fühlen. Tu es einfach.

© www.Lebens.Haus – Segensspuren für die Augen

Exkurs:

Der zweite Segens.Pfad – Meine Lebens.Vedunklungen und mein Schatten

Neben dem aktiven und hellen ersten Pfad gibt es den zweiten Segens.Pfad, der nicht so einfach als Segen zu entdecken ist. Dabei geht es und die Freundschaft mit der Dunkelheit, dem Segen des Lösens und des Loslassens. Es sind die Hader.Strecken mit mir gemeint, weil ich so bin, wie ich bin, mit meinem Weg, mit meiner Geschichte. Sie lässt sich nur durch annehmen lösen und verändern.

Wer in seinem Leben schon einmal erfahren konnte, wie befreiend es ist, wenn sich endlich etwas lösen konnte, was mich mit aller Gewalt festhalten wollte, dem sind diese Gedanken nicht fremd. Dabei ist dieser Prozeß oft schmerzhaft und streckenweise aussichtslos.

Es sind oft nicht sosehr die erfolgreichen Abschnitte meines Lebens, in denen ich Segen wahr nehme. Es sind die Tiefen und Stolpersteine, die Verstrickungen und Mauern in meiner Zeit, in denen ich Segen brauche und erfahre.

© www.Lebens.Haus – Segensspuren für die Sinne

Übung mit unserem Schatten.Bild

Bei dieser Übung nehmen wir uns einige Minuten Zeit ohne Störung von Aussen. Wir setzten uns bequem auf einen Sessel und achten darauf, dass es uns nicht friert. Wir kommen zur äusseren Ruhe in dem wir unseren Atem ruhig fliesen lassen. Nach einigen Atemzügen schließen wir die Augen und schauen in uns hinein. Wir stellen uns unser Inneres wie eine Wohnung vor. Wir schauen uns eine Weile um, was alles da ist in uns, an Gedanken.Räumen. Das Wohnzimmer, unser Kinderzimmer von früher, die Küche, das Schlafzimmer, der Hobbykeller und all die Räume, die wir sehen. Dann lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf einen Raum in dem wir all das aufbewahren, was uns eine Last in unserem Leben ist.

  • das, was uns nicht so leicht von der Hand geht oder sogar gescheitert ist.
  • das, was uns bedrückt und Not macht
  • das was uns vor uns selbst klein machen will
  • das was in uns trauert und weint

Wir wollen die Tür zu dieser Kammer öffnen und merken, das sie zugeschlossen ist. Wir bleiben vor der Tür stehen und fühlen in den verschlossenen Raum hinein. Es ist in Ordnung, dass die Tür heute verschlossen ist. Ich werde den Schlüssel finden und eine Last nach der anderen anschauen und eine Platz dafür finden.

Mit diesem Gefühl gehe ich zurück in den Raum wo mein Sessel steht und finde mich wieder ein bei mir. Ich atme gut durch und öffne langsam die Augen.

Ab und zu, wenn es mir gut geht, wiederhole ich diese Übung. Es kommt der Tag, an dem ich den Schlüssel in der Hand halte und in die Kammer gehe. Ich muss nichts beschleunigen und ich werde immer wieder Zeiten der Einkehr dafür brauchen.

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Stefan Schuster
Lebens.Haus Team

Tatmensch, Visionär, Lebens-Architekt und Gestalter seiner Träume. Meditation, Spiritualität, Fotografie. Berührt von der Schönheit des Wahrnehmbaren und getroffen von dem, was Alles trägt.

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